Schulmedizin <~> Naturheilkunde ?!
Entgegen einiger "Kollegen / -innen" vertrete ich die Auffassung, daß Naturheilkunde und Schulmedizin sehr wohl ihre Berechtigung haben und nur ein gewissenhaftes HAND-IN-HAND verantwortungsbewusst und sinnvoll sein kann. Sowohl die Schulmedizin als auch die Naturheilkunde haben Grenzen und es gilt diese durch gegenseitige Hilfe zu überwinden. Und da in der Humanbehandlung schon seit längerem die Naturheilkunde anerkannt und nachweislich sehr hilfreich ist, warum sollte das nicht auch für die Tierbehandlung gelten?
Wünschenswert wäre es, zuerst die Hilfe in den natürlichen Mitteln zu suchen und erst wenn man an deren Grenzen gestoßen ist, chemische Mittel und schulmedizinische Praktiken zu nutzen. Schließlich ist keinem damit geholfen, wenn man mit Kanonen auf Spatzen schießt, aber leider sieht die Realität oft anders aus. Die meisten Tiere, die zu einem Tierheilpraktiker kommen bzw. gebracht werden, gelten von der Schulmedizin als "austherapiert" und alle Hoffnung der Besitzer auf Heilung wird dann in uns gesteckt. Leider können wir diese nicht immer erfüllen und dieser Moment der Hilflosigkeit ist der schwerste in unserem Beruf !
Ich möchte deutlich machen, daß meiner Meinung nach in der Regel fast jeder, egal ob Schulmediziner oder Naturheilkundler, die Hilfe am lebenden Wesen an erster Stelle sieht und wenn es zu fehlerhaften Behandlungen kommt, ist es keinem von beiden egal, ganz im Gegenteil !
Wichtige Hilfe durch die Tierbesitzer !!!
Gerade bei unseren Tieren ist es sehr schwer immer die richtige Diagnose zu finden, da sich vieles einfach nicht deutlich zeigt und wir nicht 100 % ig in der Lage sind, unsere treuen Freunde immer richtig zu verstehen. Darum ist Ihre Hilfe als Tierbesitzer von immenser Bedeutung und Wichtigkeit, da Sie am meisten über ihr Tier wissen und Veränderungen durch ein aufmerksames Beobachten am schnellsten bemerken können.
Oft geniert man sich aber, ein bestimmtes Verhalten des Tieres wirklich so zu erzählen, wie es tatsächlich ist, da man vielleicht meint, es könne als Schwäche des Tieres oder Besitzers verstanden werden. Ich möchte Sie bitten, diese Gefühle oder Gedanken beiseite zu schieben, da unser Beruf Sie nicht verurteilen, sondern Ihnen und Ihrem Tier helfen soll ! Und vielleicht noch etwas zur Vertrauensstärkung: auch wir unterliegen der Schweigepflicht !
Bei Unklarheiten bitte stets nachfragen !!!
Ich möchte Sie an dieser Stelle um etwas Wichtiges bitten: Wenn Ihnen irgend etwas bezüglich Therapiewahl oder -zusammenstellung nicht klar ist, bitte fragen Sie immer erst den jeweiligen Therapeuten, bevor Sie auf eigene Faust Änderungen vornehmen oder Sich von Bekannten dazu hinreißen lassen. Jede Frage, die Sie einem verantwortungsbewussten Therapeuten stellen, wird dieser gewissenhaft beantworten, da Sie als Besitzer des zu behandelnden Tieres ein Recht darauf haben ! Es ist aber für den Therapeuten unheimlich schwer einem Tier zu helfen, wenn er entweder gar nicht erst erfährt, daß z.B. eines der Mittel, die verordnet wurden, dem Tier nicht gegeben oder evtl. sogar ersetzt wurde durch ein anderes, was dem Besitzer für sinnvoller erschien. Zusätzlich könnte dieses Verhalten für das Tier auch schwerwiegende Folgen haben !
Gerade zum Thema der Homöopathie oder auch Bach-Blütentherapie sind ausgesprochen viele Bücher auf dem Markt, von denen etliche für große Verwirrung und Unsicherheit sorgen können und leider auch tun. Natürlich soll sich jeder Tierbesitzer über in Frage kommende Therapien informieren, aber wenn er sich für einen Therapeuten entschieden hat, ist es dann doch sehr hilfreich, diesem auch zu vertrauen und nicht zusätzlich auf eigene Faust zu behandeln, ohne dieses dem behandelnden Therapeuten mit zu teilen.
Auf Nummer "Sicher" gehen !
Der Beruf des Tierheilpraktikers ist leider immer noch nicht gesetzlich geschützt; es kann also im Prinzip jeder, auch ohne spezielle Ausbildung, unter der Berufsbezeichnung Tierheilpraktiker tätig sein. Deshalb halte ich es für um so wichtiger, daß jeder Tierbesitzer, der Hilfe für sein krankes Tier sucht, um das Vorzeigen einer entsprechenden Ausbildungsbescheinigung bittet. Natürlich ist diese dann noch keine Garantie, für eine erfolgreiche Behandlung, aber zumindest ein Stückchen mehr mögliche Sicherheit.
Es geht mir hier keinesfalls darum, auch noch die unterschiedlichen Ausbildungsformen zu beurteilen, sondern lediglich darum, Ihnen, als Tierbesitzer deutlich zu machen, daß es wichtig und vor allem Ihr Recht ist, zu wissen, von wem Sie Ihr Tier dann eventuell behandeln lassen würden.
Ein paar Gedanken am Ende:
"Hunde haben einen Fehler: Sie sterben zu früh!" (Autor mir leider nicht bekannt)
"Der Hund, auf den ich gekommen war, war leider der eine, der noch nicht wußte, daß Hunde die bellen, nicht beißen!" (Erich Fried)
"Wichtig ist nicht nur, daß ein Mensch das Richtige denkt, sondern auch, daß der, der das Richtige denkt, ein Mensch ist." (Erich Fried)
"Nach manchem Gespräch mit Menschen hat man den Wunsch, einen Hund zu streicheln, einem Affen zu zulächeln und vor einem Elefanten den Hut zu ziehen." (Maxim Gorki)
"Eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung ist es, daß das Wort Tierschutz überhaupt geschaffen werden mußte." (Theodor Heuss)
"Was ist der Mensch ohne das Tier? Wären alle Tiere fort, so stürbe der Mensch an großer Einsamkeit des Geistes. Was immer den Tieren geschieht - geschieht auch den Menschen. Alle Dinge sind miteinander verbunden. " (Häuptling Seattle, 1855)
"Tatsachen hören nicht auf zu existieren, nur weil sie ignoriert werden." (Aldous Huxley)
"Auf die Dauer gesehen mag der Pessimist Recht haben, aber der Optimist hat mehr Spaß auf der Reise." (Daniel L. Reardon)
"Nichts im Leben muss man fürchten. Es muss nur verstanden werden." (Marie Curie)
"Das Leben ist unfair, aber denk' daran, manchmal ist es unfair zu deinem Vorteil." (Sir Peter Ustinov)
"Iss nie mehr, als Du heben kannst!" (Lebensmotto von Miss Piggy)
"Drei Wünsche: die Gelassenheit, alles das hinzunehmen, was nicht zu ändern ist, die Kraft zu ändern, was nicht länger zu ertragen ist und die Weisheit das eine vom anderen zu unterscheiden." (Autor mir leider nicht bekannt)
"Gift in den Händen eines Wissenden ist ein Heilmittel, ein Heilmittel in den Händen eines Toren ist ein Gift." (Giacomo Girolamo - Casanova)